Als Datengrundlage zur Ermittlung der Umwelteffekte der Ernährung in Deutschland dienten einerseits repräsentative Verbrauchs- und Verzehrsstatistiken (offizielle Agrarstatistiken, FAO-Daten, Nationale Verzehrsstudien) sowie andererseits konsistente Agrar-Umweltdaten (u.a. UGR/TI, CAPRI). Insofern keine konsistenten Agrar-Umweltdaten zur Verfügung standen, wurden nach kritischer Prüfung klassische Ökobilanzdaten zu Rate gezogen. Eine exakte Methoden- und Datenbeschreibung findet sich in Meier (2013).

methode

Die in der Arbeit gewählte funktionelle Einheit bezieht sich auf ein Kilogramm verbrauchtes Nahrungsmittel/Getränk bzw. beim Vergleich der Ermpfehlungen auf eine tägliche Kalorienaufnahme von 2.000 kcAls Datengrundlage zur Ermittlung der Umwelteffekte der Ernährung in Deutschland dienten einerseits repräsentative Verbrauchs- und Verzehrsstatistiken (offizielle Agrarstatistiken, FAO-Daten, Nationale Verzehrsstudien) sowie andererseits konsistente Agrar-Umweltdaten (u.a. UGR/TI, CAPRI). Insofern keine konsistenten Agrar-Umweltdaten zur Verfügung standen, wurden nach kritischer Prüfung klassische Ökobilanzdaten zu Rate gezogen. Eine exakte Methoden- und Datenbeschreibung findet sich in Meier (2014).

 

methode

Abbildung: Methode und Datenauswahl

 

 


Methode

Attributive Input-Output Ökobilanz nach ISO-Norm 14040/14044 2006 (LCA / life cycle assessment, Lebenszyklusanalyse)

 

 

Produkte

Folgende Produktgruppen wurden untersucht:

(1) tierische Nahrungsmittel:

- Milchprodukte (Butter, Käse/Quark, Milcherzeugnisse, Milch /-getränke),

- Fleischprodukte (Schwein, Rind/Kalb, Geflügel, sonstiges Fleisch),

- Eiprodukte,

- Fische & Krustentiere

 

(2) pflanzliche Nahrungsmittel:

- Brot, Backwaren und Getreideerzeugnisse,

- Gemüse, Hülsenfrüchte,

- Vegane Milchprodukte (angereichert, auf Sojabasis),

- Obst,

- Nüsse & Samen,

- Kartoffelprodukte,

- pflanzliche Fette & Öle,

- Zucker, Süßwaren

 

(3) Getränke:

- Mineralwasser,

- Erfrischungsgetränke, Säfte/Nektare,

- Kaffee, Tee (schwarz, grün),

- Kräuter- & Früchtetee,

- Bier,

- Wein & Sekt,

- Spirituosen

 


Sozialstatistische Indikatoren

Auf Basis der o. g. repräsentativen Verzehrs- und Verbrauchsstatistiken wurden folgende soziodemographische Indikatoren im Kontext von Umwelteffekten (siehe Wirkungskategorien) untersucht:

- Geschlecht

- Altersgruppen

- soziale Gruppen

- Bundesländer


Umweltindikatoren

Bilanziert wurden dabei folgende Umweltindikatoren:

 

(1) Output-Indikatoren:

- Treibhausgas-Emissionen(inkl. Emissionen aus direkten Landnutzungsänderungen & Landnutzung, dLUC/LU)

- Ammoniak-Emissioinen

 

(2) Input-Indikatoren:

- Flächenbedarf

- Bedarf an blauem Wasser (aus künstlicher Bewässerung, kein Regenwasser)

- Phosphorbedarf

- Primärenergieverbrauch (PEV)

 

 

Blaues, grünes und graues Wasser

Unter sog. blauem Wasser ist Süßwasser zu verstehen, welches in der Landwirtschaft aktiv zu Bewässerungszwecken eingesetzt wird. Da dieses in Nutzungskonkurrenz zu anderen Sektoren steht (Industrie, Haushalte) ist es unter Knappheitsgesichtspunkten von Relevanz.

Unter grünem Wasser sind Niederschläge zu verstehen (Regen, Schnee, Nebel), die jedoch lediglich am Ort ihres Niedergangs von Relevanz sind. Sobald grünes Wasser auf dem Boden verbleibt und in den natürlichen Wasserkreislauf eintritt (über Bäche, Flüsse, Seen etc.) wird es als blaues Wasser betrachtet. Unter Knappheitsgesichtspunkten ist grünes Wasser nicht von Relevanz und wurde deshalb auch nicht berücksichtigt.

Graues Wasser steht für das Wasser, welches benötigt wird, um die Konzentration von Schadstoffen in Abwässern wieder in die natürliche Ausgangskonzentration rückzuverdünnen. Graues Wasser stellt somit keinen volumetrischen, sondern einen human- ökotoxikologischen Wasserbewertungsindikator dar. Eine ungewichtete Aufsummierung von blauem, grünem und grauem Wasser ist fraglich.

Weiterführende Information zur anhaltenden wissenschaftlichen Debatte der adäquaten Berücksichtigung von Wasser in Umweltbilanzen finden sich in den Fachveröffentlichungen (Link zu Publikationen).


Systemgrenzen (bilanzierte Prozessmodule): cradle-to-store

Folgende Phasen der Wertschöpfungskette (Prozesse) wurden innerhalb der Arbeit untersucht:


(1a) landwirtschaftliche Produktion (inkl. Emissionen aus direkten Landnutzungsänderungen & Landnutzung, dLUC/LU)


(1b) landwirtschaftliche Vorkette (Dünger- & Pflanzenschutzmittelherstellung, Gebäude- & Maschinenmanagement, Dienstleistungen etc.)


(2) Nahrungsmittelverarbeitung


(3) Transport (von Nahrungs-, Futtermitteln und Getränken)


(4) Einzel- & Großhandel (Umwelteffekte aus Lagerung, Tief-/Kühlung etc.)


(5) Verpackung

 


Der Untersuchungsrahmen erstreckt sich daher von der landwirtschaftlichen Erzeugung der Produkte (cradle) bis zum Verkauf im Supermarkt (store).


Nicht bilanziert wurden die Lebenswegabschnitte:

- Haushaltsphase (Umwelteffekte durch Zubereitung der Nahrungsmittel im Haushalt / Gastronomie)

- Abfallphase von Nahrungsmitteln.

 


Funktionelle Einheit

Die in der Arbeit gewählte funktionelle Einheit bezieht sich auf ein Kilogramm verbrauchtes Nahrungsmittel/Getränk bzw. beim Vergleich der Ermpfehlungen auf eine tägliche Kalorienaufnahme von 2.000 kcal pro Person.

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